21.04.2024

Kunst im Schriesheimer Traditionslokal: "Rose"-Wirt Karl Reinhard stand endlich mal wieder am Herd

Zehn Künstler aus der Region stellen bis zum übernächsten Sonntag in der „Rose“ aus. Ex-Wirt Karl Reinhard (2.v.r.) bekochte am Samstagabend nach langer Zeit wieder Gäste. Foto: bms
Zehn Künstler aus der Region stellen bis zum übernächsten Sonntag in der „Rose“ aus. Ex-Wirt Karl Reinhard (2.v.r.) bekochte am Samstagabend nach langer Zeit wieder Gäste. Foto: bms

Beim Genuss-Dinner am Samstag waren 33 Gäste dabei. Während der Mathaisemarkt-Wochenenden gibt es eine Ausstellung.

Schriesheim. (bms) Das Traditionslokal "Goldene Rose" in der Talstraße ist am letzten Wochenende aus dem Dornröschenschlaf erwacht – bei einer feierlichen Vernissage am Freitagabend mit Werken regionaler Kunstschaffender und mit einem passenden, einzigartigen Menü zum Ausstellungsthema "Valentin geht. Es bleibt die Liebe" am Samstag.

Möglich gemacht hat das die "Künstlerinitiative Rose". Am Herd stand tatsächlich nach acht Jahren wieder Ex-"Rose"-Wirt Karl Reinhard. Es war ein ausnehmend atmosphärischer Auftakt.

Die Gäste des Lokals am Samstagabend freuten sich bei familiärer Gastlichkeit umringt von Malereien, Zeichnungen, Fotografien und Holzkunst über einen wohl einmaligen Abend. Denn die "Rose" wird nur bis zum letzten Mathaisemarkt-Tag, dem 10. März, wochenends während der Ausstellung geöffnet sein. Zwar mit weiteren "kleineren Tellergerichten zum Mathaisemarkt", so Karl Reinhard, doch zu weiteren Plänen hielt er sich bedeckt.

Die Nachfrage für das Eröffnungsmenü war sehr groß: "Ruckzuck waren die Plätze weg." Die Mitglieder der Künstlerinitiative hatten vorab schon mit einem geschulten Blick für Wohlfühlkultur Plätze hübsch eingedeckt und bewirteten am Abend die 33 Gäste mit einem Lächeln auf den Lippen. Der Dinner-Genuss kostete 50 Euro.

Der Tisch gleich am Eingang hinter der knarrenden Tür war übrigens für Ex-Bürgermeister Hansjörg Höfer mit Familie und Freunden reserviert. Auf der Speisekarte stand ein Drei-Gang-Menü, angefangen mit einem Aperitif über ein Avocado-Mango-Krabben-Törtchen, Rinderfilet oder Pilzragout "Stroganoff" mit mediterraner Polenta und Wintergemüse bis zu Dessert-Variationen. Er habe bei den Speisen passend zum Motto der Ausstellung auch aphrodisierende Zutaten gewählt, scherzte Reinhard, denn Ausstellung und Dinner seien eine gemeinsame Konzeption.

Bereits im September und im Dezember hatten die Mitglieder der Künstlergruppe für temporäre Veranstaltungen die "Rose" mit verschiedenen Aktionen wiederbelebt. Nun wollten sie aber mal "nur" ihre eigenen Werke präsentieren. Es sind zehn Kunstschaffende aus der Region mit unterschiedlichen Arbeiten zum Motto "Valentin geht. Es bleibt die Liebe". Ein reales Thema, aber nicht so einfach greifbar. Es sind inspirierende Werke und persönliche Botschaften, mal grell bunt und laut, mal in Schwarz-Weiß und leise, ein Feld der Kreativität der Fotokünstler Renate Barth (Weinheim), Lothar Schillak (Ladenburg) und Rita Weis (Schwetzingen) sowie der Malerei (teilweise auch Zeichnungen) von Isabel Blessing-Peest (Schriesheim), Mirek Jahoda (Schriesheim), Elke Bellgart-Rapp (Schriesheim), Gaby Brüggemann (Brühl) und Zarah Shirkani (Frankfurt). Mit dabei sind auch die Bildhauerinnen Eva Hestermann-Beyerle (Schriesheim) und Uta Hamerla-Aulbach (Weinheim) mit ihren erdverbundenen Skulpturen aus Holz und Terrakotta. Bis zu fünf Werke zeigen die Künstlerinnen und Künstler, insgesamt sind 30 ausgestellt. "Ein Blatt Papier, zwei Herzen, ein Reim – ,einfach sein’ ist die Kunst", bringt es eine Künstlerin der Initiative auf den Punkt.

Und doch bleibt noch eine Frage offen: Führt der Weg des alten Wirtshauses "Rose" hin zu einem neuen "Kunsthaus" in der Stadt? Da lachten die Damen – und der Koch gleich mit. "Die Zukunft muss noch besprochen werden", murmelte man. "Aber die noch junge Zusammenarbeit klappt ganz wunderbar", versicherten alle.

Info: Ausstellung "Valentin geht, es bleibt die Liebe" im Wirtshaus "Rose": Geöffnet am Samstag und Sonntag, 2. und 3. März sowie am Freitag, Samstag und Sonntag, 8., 9. und 10. März jeweils von 15 bis 18 Uhr.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung