15.04.2024

Eine Badesaison mit Höhen und Tiefen

Waldschwimmbad Schriesheim mit Edelstahlbecken
Waldschwimmbad Schriesheim mit Edelstahlbecken

Die IEWS zieht gemischtes Fazit für 2023. Vor allem die Personalengpässe trieben die Kosten in die Höhe. Am Ende der Saison gab es dann noch einen Wasserschaden.

Von Max Rieser

Schriesheim. Fast ist die Saison im Schriesheimer Waldschwimmbad vorbei, da passierte noch ein übles Unglück. Ein Leck an einer Armatur im Restaurant führte dazu, dass der ganze Imbiss volllief und sogar die Wirtschaftsräume darunter in Mitleidenschaft gezogen wurden. Und es gab noch weitere Rückschläge, die die Saison prägten, auch wenn nicht alles schlecht war, wie die Vorstände der Interessengemeinschaft zur Erhaltung und Betreibung des Waldschwimmbades Schriesheim (IEWS), Thomas Merkel (Erster Vorsitzender) und Kim Koschorreck (Zweiter Vorsitzender), gegenüber der RNZ berichteten.

Ladenburg, Weinheim, Heddesheim – überall haben Freibäder und Baggerseen schon ihre Tore geschlossen. Anders sieht es beim Waldschwimmbad aus, das noch bis einschließlich Sonntag, 17. September, geöffnet hat. Und in Stein gemeißelt ist auch dieses Datum nicht, so Koschorreck: "Wir sind da etwas flexibler." Das liegt daran, dass das Bad zwar von der Stadt bezuschusst, der größte finanzielle Brocken aber von der IEWS gestemmt wird, die somit auch die Schließzeiten bestimmen kann. Trotzdem sei der Sonntag als letzter Badetag geplant – immerhin eine Woche länger als die meisten anderen.

Saisonende bedeutet immer auch Zeit des Resümees. Der zum Teil verregnete Sommer sei nicht das größte Übel gewesen, mit dem der Verein in diesem Jahr umgehen musste. Verheerender sei das Personalproblem. Ein Bademeister hat das Bad zu Beginn der Saison verlassen, wodurch es nur noch eine Vollzeitkraft gab. Auch wenn die langjährigen Bademeister Jürgen Sauter und Siegbert Rieger und die Rettungsschwimmer Bernd Streng, Andreas Knapp und Uwe Schollenberger alles getan hätten, um die fehlende Stelle zu füllen, mussten doch Minijobber hinzugezogen werden. Bei der Suche nach geeigneten Leuten half die ab der Saison 2024 tätige Fachangestellte für Bäderwesen, Heike Baumann, für deren Engagement sich der Verein bedankt.

Trotzdem hat das finanzielle Folgen, und die Personalkosten seien drastisch gestiegen. Daher sei man nun in Gesprächen mit der Stadtverwaltung, inwieweit diese finanzielle Hilfe leisten kann. Und auch wenn aus arbeitsrechtlichen Gründen bei diesen Gesprächen Anwälte zugegen gewesen seien, betont der Verein die "enge und gute" Zusammenarbeit mit der Stadt. Ein weiteres Problem sei gewesen, dass man sich vor 14 Tagen von der Putzfirma trennen musste, wodurch das Personal die Reinigung übernahm. Bei Mitgliedern und Badegästen bat der Verein um Verständnis dafür, wenn nicht alles blitzeblank war.

Wegen des Wasserschadens ist die IEWS im Austausch mit der Stadt, da die Versicherungsverhältnisse geprüft werden müssen und die Verwaltung Eigentümerin der Gebäude ist. Wie hoch der Schaden ausfallen wird, stehe noch nicht fest, erklärt Merkel.

Aber es gibt nicht nur Hiobsbotschaften, und einiges lief auch richtig gut. So vermeldet die IEWS insgesamt 88.000 Besuche, davon 34.000 von Mitgliedern. Das ist eine Steigerung zum vergangenen Jahr, und seit 2020 sei die Tendenz ohnehin "steigend", so Merkel. Außerdem hängt das Sonnensegel über dem Kinderbecken – ein Herzensprojekt, wie Koschorreck sagt – seit diesem Jahr (siehe weiteren Bericht), und auch beim Spielplatz, dessen Aufbau sich wegen Lieferschwierigkeiten verzögerte, hat sich einiges getan. Ende September soll er aufgebaut sein und – wenn die Tüv-Abnahme problemlos klappt – mit einem Spielplatz-Fest für die Mitglieder im Oktober eingeweiht werden. Bei den Kabinen gibt es ebenfalls Neuigkeiten. Aktuell ist die IEWS dabei, die alten Umkleiden zu renovieren.

Ab kommender Saison soll es dann ein Stempelkarten-System geben: Wer bei den Arbeitseinsätzen mitmacht, bekommt Stempel, und wenn er genügend hat, kann er eine Kabine mieten. Damit soll auch ein Anreiz fürs Mitarbeiten geschaffen werden. Da es aktuell so aussieht, als gäbe es genügend Kabinen, muss niemand um seine Umkleide bangen: "Wir werden – Stand jetzt – niemandem seine Kabine nehmen", so die IEWS. Die Mieten müssen allerdings etwas erhöht werden.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung