02.03.2024

Mathaisemarkt: "Layla"-Sänger Schürze erobert die Herzen bei Mallorca-Party im Sturm

„Schürze“, einer der beiden Sänger des umstrittenen Partylieds „Layla“, brachte am Dienstagabend das Festzelt zum Beben. Foto: Dorn
„Schürze“, einer der beiden Sänger des umstrittenen Partylieds „Layla“, brachte am Dienstagabend das Festzelt zum Beben. Foto: Dorn

Der Sänger des umstrittenen Partyhits trat erstmals im Festzelt auf dem Mathaisemarkt auf. Die Stimmung war ausgelassen.

Von Volker Knab

Schriesheim. "Mega, so eine Stimmung habe ich selten erlebt". Schlagersänger "Schürze" alias Michael Müller, neben DJ Robin (Robin Leutner) einer der beiden Sänger des umstrittenen Ballermann-Hits "Layla" vom vergangenen Jahr (siehe unten), war nach seinem ersten Auftritt im Mathaisemarkt-Festzelt hellauf begeistert. "Ich würde sofort wieder kommen", rief er nach einem umjubelten Auftritt am Dienstagabend bei der Mallorca-Party aus.

"Was meint Ihr, wer jetzt kommt?". Die Stimmung im Festzelt war bereits am Kochen, als Moderator Peter Henninger "Layla"-Sänger "Schürze" ankündigte. Man musste sich aber dann unerwartet gedulden. Als "Schürze" auf die Bühne wollte, gab es einen kurzen Stromausfall. Das konnte Schürze nicht erschüttern.

"Hab’ ich schon einmal erlebt. Das passiert, wenn die Leute zu arg feiern", sagte er der RNZ lachend. Irgendwo sei ein Stecker rausgegangen, vermutete er. Sekunden später war die Notbeleuchtung wieder an. Henninger heizte von Neuem an. "Ich hab’ ’nen Puff...", intonierte er. "Lay, Lay, Lay, Layla", rief es vielstimmig zurück.

Festzeltwirtin Ilona Böhm wurde schließlich nach vorn gebeten. Dann ging’s endlich los. "Hier ist Schriesheim, hier ist er!" – und Partysänger "Schürze", der seine Karriere wirklich vor zehn Jahren auf Mallorca begann, stürmte auf die Bühne.

Von der Bühne hinten im Zelt führte eine 20 Meter lange Rampe, die noch von der Modeschau aufgebaut war, in Richtung Zeltmitte. Rechts und links der Rampe standen die Zuschauer in Vierer- oder Fünferreihen dicht gedrängt auf den Biertischen und schwenkten die erhobenen Hände im stampfenden Rhythmus von links nach rechts. Manche Bänke wippten dabei zentimeterweise mit. Die Stimmung war ausgelassen und friedlich, immer auch im Blick von Sicherheits- und Hilfskräften.

"Schürze" stürmte die Rampe entlang nach vorn. Unzählige Hände strecken sich ihm entgegen, da schmetterte er an dem Abend erstmals mit dem ganzen Publikum seinen großen Party-Hit: "Sie ist schöner, jünger, geiler, die wunderschöne Layla."

Nicht nur dieser Liedtext animierte die Partygäste, meist so um die 20 Jahre alt – darunter viele Frauen – zum kräftigen Mitsingen. "Und jetzt die Hände nach oben!" Diese Aufforderung der verschiedenen Mallorca-Party-Größen an ihr Publikum, die Hände zu erheben und im Takt mitzuschwingen, gab es an diesem Abend unzählige Male.

Im Konzert ging es erst mal mit seit Jahrzehnten bewährter "Partymucke" weiter: zum Beispiel "Weiß der Geier" ("Was für die Fans von Wolfgang Petry"), schließlich "Skandal im Sperrbezirk" von der "Spider Murphy Gang"; vor 40 Jahren war deren größter Hit (und mittlerweile Festzelt-Evergreen) ähnlich umstritten wie heute "Layla".

"Schürze" hatte auch seinen neuesten Hit "Schwiegermutters Liebling" mitgebracht – auch ein Party-Kracher mit leicht sexistischen Anspielungen ("Ich war Schwiegermutters Liebling bis zu dieser einen Nacht. Weil sie mich erwischt hat mit der Reinigungsfachkraft"). Die Meute tobte. "Leute, Ihr reißt hier die Hütte ab. Das ist der Wahnsinn", entfuhr es ihm.

Zwischendurch schlug immer wieder die Stunde der beiden DJs "Malle" und "Partymann Atze". Mit dem von treibenden Beats untermalten "Wir sehen uns auf Mallorca" verabschiedete sich "Schürze" stilecht. Nach einem erneuten "Layla" als Zugabe und Hunderten Händen in der Luft verließ er wieder die Bühne. "Mein neues Lied ist richtig gut angekommen", freute er sich später im Gespräch mit der RNZ. Am Freitag und Samstag führen ihn seine nächsten Auftritte in der Schweiz.

Vor Schürze hatte Partyszenen-Künstler "Sabbotage" dem Publikum mächtig eingeheizt. "Heute sauf ich wie ein Otter, Du siehst aus wie Harry Potter". Diesen Refrain seines aktuellen Hits musste er mit seinem Publikum nicht lange einstudieren: Das wurde sofort aus unzähligen Hälsen mitgegrölt. "Ihr macht einen alten Mann sehr glücklich", freute sich "Sabbotage".

Nach "Schürze" hielt der Stammgast der Malle-Party, "Almklausi", die Stimmung der Party weiter am Kochen, nicht zuletzt dank seines größten Hits "Mama Lauda". Um ein Haar wäre "Almklausi" der Interpret von "Layla" gewesen, doch dann sang "Schürze" sein Lied doch lieber selbst.

"Heute ist es wieder so wie am Samstag", freute sich Festzeltwirtin Ilona Böhm über den gewaltigen Zuspruch bei der Mallorca-Party mit weit über 2000 Gästen. Am Samstag musste das Festzelt zeitweise wegen Überfüllung geschlossen werden.

> Der Party-Hit "Layla" wurde vor einem Jahr veröffentlicht, erreichte schnell die Chartspitze und sofort wurde der Text kritisiert: Der Musikwissenschaftler Markus Henrik erkannte in ihm "kalkulierten Sexismus" und "toxische Männlichkeit". Das bestätigte in gewisser Weise "Layla"-Produzent Dominik de Leon in einem Interview: Der Song sei politisch unkorrekt gehalten und polarisiere bewusst.

Ansonsten sollten die Leute nach zwei Jahren Pandemie, dem Ukraine-Krieg und den "MeToo"-Debatten einfach wieder feiern. Auf einigen Volksfesten wie in Würzburg und Düsseldorf wurde das Lied verboten. In Heidelberg gab es vor zwei Wochen erhebliche Kritik, als von einem Wagen heraus, nach dem Ende des Fastnachtszugs, das Lied bei der anschließenden Party abgespielt wurde. OB Eckart Würzner soll angeblich aus Ärger den Wagen verlassen haben. (hö)

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung