Wer mittags am Straßenfest durch die Altstadt geht, kann eigentlich nichts falsch machen – überall spielt was, überall trifft man jemanden, überall gibt's was zu gucken. Unser Streifzug am Samstagmittag führte einmal quer durch: vom Stand des Angelsportvereins hoch in die Oberstadt, ins Weindorf, weiter zum Stadtbrunnen und zum Musikpoint. Dazwischen jede Menge Menschen, die genau das gleiche vorhatten.
Musik im Weindorf und am Stadtbrunnen
Im Weindorf hatte Old Love die Bühne und spielten sich durch ihr Coverset – klassische Straßenfest-Kombi: Riesling im Glas, Band im Hintergrund, ein paar Nachbarn am Tisch, die man sonst nur beim Bäcker sieht. Am Stadtbrunnen legte parallel ZANÉ los, und die entspannte Nachmittagsstimmung rund um den Brunnen hatte sich da schon längst eingestellt.
Am Musikpoint: akrobatischer Pavillon-Transfer
Am Musikpoint dann eine kleine Anekdote, die man so nur beim Straßenfest erlebt: Der Verkehrsverein hatte sein Zelt aufgebaut – ursprünglich allerdings mit der Vereins-Internetadresse zur Wand hin, was gestalterisch natürlich Optimierungspotenzial hatte. Also wurde das gute Stück im laufenden Betrieb noch einmal gedreht, in einer Aktion, die man wohl am ehesten als „akrobatischen Pavillon-Transfer" bezeichnen kann. Sportlich, alle haben mit angepackt, am Ende stand die Internetadresse da, wo sie hingehört.
Direkt danach übernahmen Kapper & Autz den Musikpoint – als Duo mit Gitarre, Gesang und einer entspannten Setliste allerdings mit Verspätung: Zwischen ihrem Set und dem späteren Auftritt mit I Nobili hätte eigentlich die Faselnuss gespielt, die hatten aber kurzfristig abgesagt. Damit die Lücke nicht zu groß wurde, haben sie ihren ersten Auftritt einfach nach hinten geschoben. Die Sorte pragmatische Umbau-Aktion, die man in einer Weinstadt am Straßenfest-Wochenende erwartet – und trotzdem jedes Mal aufs Neue zu schätzen weiß.
Dartfußball für Jedermann
Und dann der Programmpunkt, der immer mehr zum Klassiker wird: das Dartfußball-Turnier für Jedermann. Aufblasbare Riesen-Dartscheibe, ein Fußball statt Pfeil, ein Team nach dem anderen – und in der Pause dazwischen wird eben gemeinsam auf der Zielscheibe posiert. Was auf dem T-Shirt eines Teilnehmers stand, bringt das Ganze eigentlich ganz gut auf den Punkt: New York, Paris, London, Schriese. Passt schon.
Es war noch nicht mal Nachmittag. Auf den Bühnen sollte am Abend weiter aufgedreht werden, das Weindorf war schon gut gefüllt, und der Weg zum Kraftbrunnen kam ganz von allein. Fortsetzung folgt.
