15.05.2026

In der Schulmensa startet ein neuer Betreiber

Das Ende der Übergangslösungen ist nahe: Der Gemeinderat empfahl, den neuen Verpflegungsvertrag mit einer Firma aus Berlin abzuschließen.

Von Volker Knab und Micha Hörnle

Schriesheim. In diesem Schuljahr wurde die Mensa im Kurpfalz-Schulzentrum gar nicht genutzt: Erst wurde sie seit den Pfingstferien 2024 saniert, und dann kündigte das Rathaus im September dem bisherigen Betreiber Klaus Frontzek.

Diesem Schritt war eine längere Auseinandersetzung zwischen der Stadt und Frontzek vorausgegangen: Der Pächter empfand die Bedingungen, unter denen er während der Sanierung arbeiten musste, als nicht zumutbar – und stellte zu Beginn des letzten Schuljahres den Betrieb ein.

Danach gab es eine Übergangslösung – sowohl für das Mittagessen wie auch für den Verkauf von Backwaren. Doch es sollte dauern, bis eine dauerhafte Regelung gefunden war.

Die beschloss der Gemeinderat nun am Mittwoch: Die Firma "Vielfalt-Menü GmbH" aus Berlin soll künftig die Schulmensa am Kurpfalz-Gymnasium betreiben und für die Verpflegung an der Kurpfalz-Grundschule zuständig sein. Ein von der Stadtverwaltung in Abstimmung mit einer Rechtsanwaltskanzlei verfassten Vertragsentwurf stieß bei den Stadträten auf einstimmigen Zuspruch.

"Wir wollten ein gutes Regelwerk erstellen und unsere Vorstellungen darin positionieren", sagte Hauptamtsleiter Dominik Morast im Gemeinderat. Zum Vertragsentwurf wurde eine Leistungsbeschreibung erstellt, die das Verpflegungskonzept und die Anforderungen an die Mittagsverpflegung sowie das Bistroangebot (was auch zum Leistungskatalog des Betreibers zählt) beschreibt.

"Die darin beschriebenen Anforderungen enthalten insbesondere Empfehlungen einer vom Landeszentrum für Ernährung vermittelten und finanzierten Beraterin für Kindertagesstätten- und Schulverpflegung", hieß es in der Sitzungsvorlage der Verwaltung.

Dazu gehört beispielsweise, dass frisch (und vor Ort) gekocht werden soll, möglichst regional und auch saisonal. Fertiggerichte sind nicht erlaubt.

Die Ausschreibung der Schulverpflegung erfolgte beschränkt an vier Anbieter. Lediglich von der Firma "Vielfalt-Menü" ging ein Angebot ein. Das Unternehmen, das als einer der Großen in der Branche gilt – es hat laut eigenen Angaben bundesweit 1100 Mitarbeiter und 32 eigene Küchen – war der Verwaltung aus der Elternschaft empfohlen worden.

Das Unternehmen wird ein firmeneigenes Bestell- und Abrechnungssystem verwenden, wodurch sich die Kosten für die Stadt jährlich um 4000 bis 5000 Euro reduzieren. In finanzieller Hinsicht sieht der neue Vertrag außerdem eine wesentliche Änderung beim Pachtzins vor, der an die Umsatzentwicklung gekoppelt ist.

So könne die Stadt bei höheren Erlösen des Betreibers teilhaben oder bei gegenläufiger Tendenz die Belastung für ihn senken. Für die Stadtverwaltung nicht ganz unerheblich: "Vielfalt-Menü" kommt mit der Schulmensa aus – somit muss nicht auch die Küche in der Mehrzweckhalle in Anspruch genommen werden.

Bei den täglichen Essensangeboten – bis zu 200 Mittagessen sollen ausgegeben werden – können sind zwei Menülinien vorgesehen, eine mit Mischkost und eine ovo-lacto-vegetarische. Pasta-Gerichte stehen an zwei Wochentagen auf der Speisekarte. Der Preis für ein Mittagessen soll 5,05 Euro (normale Portion) beziehungsweise 4,60 Euro (kleine Portion) und 4,60 Euro für ein Pasta-Gericht betragen.

Grundschüler zahlen bisher für ihr Mittagessen 4,90 Euro – und damit sind diese Preise für die Stadtverwaltung "marktüblich und angemessen". Weiter sieht der Vertrag an Schultagen Öffnungszeiten der Mensa von 8.30 bis 14 Uhr vor. Die Laufzeit des Vertrags ist bis 31. Juli 2028 angelegt.

Die Verantwortung für die Reinigung der Räume der Mensa liegt künftig beim Betreiber, die Stadt gibt lediglich einen Zuschuss. Ein weiterer Punkt regelt die Entsorgung der Essensreste: Die obliegt dem Mensabetreiber, ansonsten übernimmt die Stadt die Müllentsorgung ab den Sammelcontainern.

Für den gesamten Gemeinderat bezog Patrick Schmidt-Kühnle von der SPD-Fraktion Stellung. Er dankte der Stadt für die schnelle Lösung und hoffte auf ein schnelles Ende der Übergangszeit. Als ehemaliger Elternbeiratsvorsitzender hatte ihn das Thema sehr bewegt.

Er freute sich über die gute Zusammenarbeit von Verwaltung und der Elternseite. Das Ergebnis zeige, dass es sich lohne, lohne, sich gegenseitig zuzuhören. "Das ist ein Beispiel, wie das sehr gut gelungen ist", meinte er.

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Autor: Rhein-Neckar-Zeitung